Lokales
Neuausrichtung der qualifizierten Behandlung alkoholkranker Patienten
Medizinisches Zentrum für seelische Gesundheit reagiert auf Entwicklung.

MKK – Sie sind sich ganz sicher - Ein Leben ohne Alkohol ist möglich: v.l. Mario
Hartmann, Geschäftsführer des Medizinischen Zentrums für seelische Gesundheit
der Mühlenkreiskliniken, Anke Ober-Hongsermeier, lebt seit vier Jahren abstinent,
Prof. Dr. Udo Schneider, Chefarzt und Holger Bach Stationsleiter im Zentrum für
seelische Gesundheit der Mühlenkreiskliniken.
Minden-Lübbecke. "Alkoholiker
haben eine seltsame Logik. Sie
glauben, ohne den Alkohol
nicht leben zu können. Mir ging
es über 25 Jahre nicht anders."
Dies sagt heute Anke Ober-
Hongsermeier. Die Hüllhorsterin
war 20 Jahre alt, als sie mit dem
Trinken begann und 54 Jahre alt,
als sie mit dem Trinken aufhörte.
Das ist jetzt vier Jahre her.
"Dazwischen brauchte ich meine
tägliche Dosis Alkohol – Jedes
Jahr mehr." Heute haben sie und
ihr Mann eine Lebensqualität
zurückgewonnen, wie sie es
sich nie hätten vorstellen können
– und das ganz ohne Alkohol.
Der Einstieg in den Entzug
begann auf der Station 3A
im Medizinischen Zentrum
für seelische Gesundheit der
Mühlenkreiskliniken im Krankenhaus
Lübbecke.
Zwei Millionen alkoholkranke Menschen in Deutschland
"Ich freue mich wirklich sehr, Frau Ober-Hongsermeier so gesund erleben zu dürfen. Und ihr Beispiel ist ganz wichtig für andere alkoholkranke Menschen, die es noch nicht geschafft haben, ihr Leben ohne die Volks-Droge Alkohol zu gestalten", betont Prof. Dr. Udo Schneider, Chefarzt des Medizinischen Zentrums für seelische Gesundheit der Mühlenkreiskliniken. Deutschlandweit beobachten er und seine Kollegen, dass etwa 90 Prozent der Patienten, die eine stationäre Entgiftung machen, innerhalb kürzester Zeit einen Rückfall erleben. "Das sind typische Drehtürpatienten. Sie verlassen die Kliniken und kommen im nächsten Moment schon wieder zur nächsten Entgiftung", erklärt der Psychiater und Psychotherapeut. Um diese Kette zu durchbrechen hat das Medizinische Zentrum für seelische Gesundheit sein Angebot für alkoholkranke Patienten jetzt weiterentwickelt. Die qualifizierte Entzugsbehandlung dauert etwa 21 Tage im Vergleich zu sieben Tagen bei der bisherigen Entgiftung. Außerdem setzen Pfleger und Ärzte mehr auf die Eigeninitiative des Patienten.
Eigenmotivation ist der Schlüssel zum Erfolg
"Sie müssen regelmäßig an Gruppensitzungen teilnehmen und sich in Befragungen auch ihrem eigenen Leben stellen", führt Holger Bach, Leiter der Station 3A im Medizinischen Zentrum für seelische Gesundheit aus. "Wir wollen wissen, wie zufrieden die Menschen mit ihrer Partnerschaft, mit ihrer Arbeit oder ihrem Körper sind. So kann der Patient selber herausfinden, welche Schwäche er eigentlich mit Hilfe des Alkohols auszugleichen versucht." Gleichzeitig werden die Alkoholkranken mit Selbsthilfegruppen und Suchtberatungsstellen in Kontakt gebracht, so dass auch eine Begleitung nach der Entwöhnungsphase erfolgen kann. Auch schließt sich eine stationäre oder ambulante Entwöhnungstherapie an. Diese dauert zwischen sechs Wochen und einem Jahr.
Rückfallquote sinkt deutlich Das neue Konzept führt zu deutlich besseren Therapieerfolgen. Langzeitstudien über vier Jahre haben gezeigt, dass es bis zu 60 Prozent der Patienten geschafft haben, dauerhaft abstinent zu leben. Für Mario Hartmann, Geschäftsführer des medizinischen Zentrums für seelische Gesundheit der Mühlenkreiskliniken ein Erfolg, der sich auch rechnet: "Ein durchschnittlicher Rückfall-Patient kam bis zu fünf Mal im Jahr zu uns. Das waren dann etwa 40 Aufenthaltstage. Mit dem neuen Ansatz kommt er einmal und bleibt etwa 21 Tage." Als weiteren Baustein bietet das Medizinische Zentrum für seelische Gesundheit der Mühlenkreiskliniken regelmäßige Informationsabende für Angehörige von alkoholkranken Menschen und für Interessierte an.
Die nächsten Termine: 14. Februar 2012, 27. März 2012, 24. April 2012 jeweils um 19:00 Uhr im Sozialzentrum des Krankenhauses Lübbecke. Haupteingang — Erster Stock, Virchowstraße 65, 32312 Lübbecke.
Quelle: PM, Medizinisches Zentrum für seelische Gesundheit
Zwei Millionen alkoholkranke Menschen in Deutschland
"Ich freue mich wirklich sehr, Frau Ober-Hongsermeier so gesund erleben zu dürfen. Und ihr Beispiel ist ganz wichtig für andere alkoholkranke Menschen, die es noch nicht geschafft haben, ihr Leben ohne die Volks-Droge Alkohol zu gestalten", betont Prof. Dr. Udo Schneider, Chefarzt des Medizinischen Zentrums für seelische Gesundheit der Mühlenkreiskliniken. Deutschlandweit beobachten er und seine Kollegen, dass etwa 90 Prozent der Patienten, die eine stationäre Entgiftung machen, innerhalb kürzester Zeit einen Rückfall erleben. "Das sind typische Drehtürpatienten. Sie verlassen die Kliniken und kommen im nächsten Moment schon wieder zur nächsten Entgiftung", erklärt der Psychiater und Psychotherapeut. Um diese Kette zu durchbrechen hat das Medizinische Zentrum für seelische Gesundheit sein Angebot für alkoholkranke Patienten jetzt weiterentwickelt. Die qualifizierte Entzugsbehandlung dauert etwa 21 Tage im Vergleich zu sieben Tagen bei der bisherigen Entgiftung. Außerdem setzen Pfleger und Ärzte mehr auf die Eigeninitiative des Patienten.
Eigenmotivation ist der Schlüssel zum Erfolg
"Sie müssen regelmäßig an Gruppensitzungen teilnehmen und sich in Befragungen auch ihrem eigenen Leben stellen", führt Holger Bach, Leiter der Station 3A im Medizinischen Zentrum für seelische Gesundheit aus. "Wir wollen wissen, wie zufrieden die Menschen mit ihrer Partnerschaft, mit ihrer Arbeit oder ihrem Körper sind. So kann der Patient selber herausfinden, welche Schwäche er eigentlich mit Hilfe des Alkohols auszugleichen versucht." Gleichzeitig werden die Alkoholkranken mit Selbsthilfegruppen und Suchtberatungsstellen in Kontakt gebracht, so dass auch eine Begleitung nach der Entwöhnungsphase erfolgen kann. Auch schließt sich eine stationäre oder ambulante Entwöhnungstherapie an. Diese dauert zwischen sechs Wochen und einem Jahr.
Rückfallquote sinkt deutlich Das neue Konzept führt zu deutlich besseren Therapieerfolgen. Langzeitstudien über vier Jahre haben gezeigt, dass es bis zu 60 Prozent der Patienten geschafft haben, dauerhaft abstinent zu leben. Für Mario Hartmann, Geschäftsführer des medizinischen Zentrums für seelische Gesundheit der Mühlenkreiskliniken ein Erfolg, der sich auch rechnet: "Ein durchschnittlicher Rückfall-Patient kam bis zu fünf Mal im Jahr zu uns. Das waren dann etwa 40 Aufenthaltstage. Mit dem neuen Ansatz kommt er einmal und bleibt etwa 21 Tage." Als weiteren Baustein bietet das Medizinische Zentrum für seelische Gesundheit der Mühlenkreiskliniken regelmäßige Informationsabende für Angehörige von alkoholkranken Menschen und für Interessierte an.
Die nächsten Termine: 14. Februar 2012, 27. März 2012, 24. April 2012 jeweils um 19:00 Uhr im Sozialzentrum des Krankenhauses Lübbecke. Haupteingang — Erster Stock, Virchowstraße 65, 32312 Lübbecke.
Quelle: PM, Medizinisches Zentrum für seelische Gesundheit


